

Bücher können Munition im Kampf des Lebens sein. Ich habe
seit Jahren zwei Bücher auf meinem Nachttisch: Geht es mir schlecht, lese ich "Pallieter" von Felix Timmermans, bin ich
zu übermütig, das Märchen "Von dem Fischer und syner Frau". Beide erreichen meinen Zweck.
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Für zu viele Menschen ist live, wenn man
sie sieht. Das ist aber nicht live – das ist life.
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Was ist denn heutzutage noch Realität? Ich
schaue aus dem Fenster und es regnet. Ich schaue ins Fernsehen, und da ist strahlender Sonnenschein. Oder ich sehe
einen Mann, der aus einem Fenster schaut und ist sonnig draußen.
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Warum ist kein Ort, den ich zum zweiten Mal
besuche, so wie beim ersten Mal, auch wenn er sich nicht verändert hat? Erstens hat er sich verändert, zweitens habe
ich mich verändert, drittens lügt die Erinnerung bzw. belüge ich mein Gedächtnis, bis es die Lüge für Wahrheit hält,
die Fiktion für Realität. Man schafft sich seine eigene Welt auf dem Fundament und den Fermenten des Erlebten.
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Mein Leben änderte sich, als ich im
Omo-Delta auf Nomaden traf und Milch, Fleisch, Butter und ein paar Schmuckstücke von ihnen kaufen wollte. Ich hatte die
Taschen voller Geld, besaß aber nichts, was ich Ihnen anbieten konnte. Denn Banknoten sind bunt bedrucktes Papier für
sie, ohne Wert. Sie leben ohne Geld. Ihre Währung sind Dinge der Realität. Geld bedeutet, der Zahl zu vertrauen, die
auf dem Papier steht. Sie kannten die Zahlen nicht mal.