

Plötzlich spürt ein Mensch einen Drang und zieht los. Gibt
die Sicherheit auf und widmet sich brotloser Kunst, die aber wunderschön ist.
Ich liebe solche Menschen. Sie
schaffen das, was man Kultur und Zivilisation nennt. Hier kommen ein paar, die auch Andere kennenlernen sollten:
Prof. Karl Budack in Windhoek.
Er arbeitet im Nationalarchiv die vergessenen Akten der Geschichte
Namibias auf – und schreibt darüber interessante Bücher. Davon lebt er mehr schlecht als recht. Aber er tut eine
Arbeit, die getan werden muss.
Dr. Gerd Heins in Christchurch.
Ein Arzt, der mal las, dass in
Neuseeland die schönsten und ältesten Oldtimer der Welt rum fahren, weil das Klima der Feind des Rostes ist. Jetzt
besitzt er eine sensationelle Sammlung, ein Stück kostbarer Autogeschichte.
Miguel Montrond auf
der kapverdischen Insel Fogo, der sich gegen den aktiven Vulkan stemmt (der vor seiner Hütte steht) und das tut, was
seine französischen Vorfahren konnten – Wein anbauen. Nichts ist romantischer, als um 16 Uhr seinen Roten zu kosten,
weit über den Atlantik zu blicken und zu darauf zu warten, ob der Fogo mehr tut als nur zu zischen, zu dampfen und zu
beben.
Joao
Manual Mimoso aus Lissabon.
Er kann gut leben ohne zu arbeiten, aber er arbeitet
mit dem Kopf: Gehen Sie nur mal rein in seine Internet-Seiten. Da sehen Sie, dass er ein Sammelgebiet wissenschaftlich
beackert, das bisher vergessen wurde: Kofferaufkleber von Hotels, diese aussterbende grafische Kunst des Reisens. Ohne
Sekundärliteratur, beginnend vom Informationspunkt 0, hat er sich zum Weltfachmann Nr. 1 gemacht und ein Stück Kultur
gerettet.
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