Magazin
10-11

Chris Reid aus Midlothian in Virginia ist eine ganz andere Type: Er produziert Fahnen. Ihre Fahne! Sie sagen ihm, was Sie haben möchten, und er liefert. Ihr Antlitz, ihr Familien- wappen, Ihr Credo, Ihren Größenwahn, wenn’s sein muss, in jeder Größe und aus jedem gewünschten Material. Ein amüsanter Mann, Sie finden ihn im Internet oder schicken ihm erstmal ein Fax: 001804/7441506.

Ein Mann, den ich besonders liebe, ist der Amerikaner Jon Fisher. Er hat sein Leben damit verbracht, für uns Alle etwas zu suchen: Unbewohnte Inseln, die niemandem gehören, und auf denen man den Robinson spielen kann, weil es Süßwasser gibt, Schatten durch Wald und einen Strand, um zu fischen und baden. Erste Schwierigkeit: Wie kommt man hin? Noch problematischer: Wie kommt man wieder weg. Fisher hat etwa 150 Inseln dieser Art entdeckt und sein Büchlein darüber ("Uninhibited And Deserted Islands") liest sich wie die Blaupause für ein erträumtes Leben.

Mein alter Reisegefährte Richard Bangs aus Oakland hat etwas Ähnliches getan: Er fuhr alle dramatischen Flüsse hinauf bis zu ihrer Quelle und entdeckte Täler und Schluchten, Höhlen und Katarakte, nie gesehene Landschaften und natürliches Wasser in seiner artistischsten Form. Er gehört zu den stillen Entdeckern des 20. und 21. Jahrhunderts – und hat nie viel Aufhebens darum gemacht.

Vadim Glowna ist Regisseur und in meinen Augen der beste Schauspieler deutscher Zunge. Aber das sind nur zwei Seiten seiner Existenz. Die für mich fast wichtigere Seite ist sein Wissen und sein Wissensdurst. Mit ihm durch Berlin zu wandern, ist wie mit Theodor Fontane durch die Mark zu reisen oder mit Bruce Chatwin durch Patagonien. Vadim weiß alles, kennt Hunderte von Geschichten über Häuser, Straßen, Menschen und Bege- benheiten. Der Mann ist einfach ein Genuss, auch wenn er manchmal nicht ganz einfach ist.

Harold Edees ist Verleger in Südafrika. Ein erfolgreicher Geschäftsmann wider Willen, das sind mir die liebsten. Zu ihm in sein Haus in Constantia bei Kapstadt zu kommen, ist wie die Heimkehr nach Monaten in Schnee und Eis. Dort umhüllt einen diskrete Liebe, die letzte große Gastfreundschaft des alten Kontinents und eine Wärme, die vom Herzen stammt. Danke, Harold!

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